Niederdruckarmatur kaufen und installieren: was man beachten sollte

Theoretisch muss man nicht zwangsläufig ausgebildeter Sanitärfachmann sein, um eine Niederdruckarmatur zu kaufen und installieren – schließlich sind die erforderlichen Handgriffe durchaus einfach, und wer mit Werkzeug umgehen kann, über einen gewissen technischen Sachverstand verfügt und sich im Vorfeld umfassend über Aufbau und Prinzip von Niederdrucksystemen informiert hat schafft es sicherlich auch, eine Niederdruckanlage in Betrieb zu nehmen. Aber Vorsicht: es gibt gute Gründe, warum man die Montage dennoch dem Fachmann überlassen sollte!
Wer dem diesem aber gerne über die Schulter bzw. auf die Finger schaut und / oder einfach prüfen möchte, ob er seine Arbeit richtig gemacht hat, der sollte zunächst verstehen und begreifen, wie der Wasserspeicher arbeitet und wie dementsprechend das Wasser darin zirkulieren muss.

ACHTUNG! Wartung, Änderungen und Installationen an Trinkwasseranlagen sollte nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die im Installateurverzeichnis des zuständigen WVU (Wasserversorgungsunternehmen) eingetragen sind. Laien sollten sich zudem im Vorfeld insbesondere über die "Betreiberpflichten nach der Trinkwasserverordnung" informieren.
Wer eine Niederdruckarmatur kaufen und installieren möchte, der findet hier Anregungen und Anleitungen, wie man dabei vorzugehen hat und was beachtet werden sollte.

Niederdruckarmatur kaufen

Beim Kauf einer Niederdruckarmatur sollte man – wie in so vielen anderen Fällen auch – nichts dem Zufall überlassen. Die Produktvielfalt ist bei Niederdruckarmaturen zwar im Gegensatz zu gewöhnlichen Druckarmaturen eher überschaubar, dennoch sind die gängigen Formen und Bauweisen durch die Bank vertreten. Was die Armatur dabei an Funktionen und Möglichkeiten mitbringt wird nicht allein durch den Preis bestimmt – auch der individuelle Bedarf und nicht zuletzt der persönliche Geschmack spielen bei der Auswahl eine Rolle.

Verschiedene Armaturen-Typen

Hier finden Sie eine Übersicht verschiedener Typen und Bauweisen, in denen Niederdruckarmaturen erhältlich sind. » Weiterlesen

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Die richtige Form für den individuellen Bedarf

Je nach Montageort und üblichem Einsatzzweck eignen sich manche Bauformen mehr, andere weniger. Sollen bspw. regelmäßig größere Gefäße wie Gießkannen oder Vasen befüllt werden, sollte der Hahn in ausreichender Höhe über dem Becken münden, damit solche Gefäße auch darunter passen. Befinden sich jedoch in Reichweite des Beckens empfindliche Materialien (Marmorplatten, Schrankwände, etc.), könnte ein zu hoch oberhalb mündender Hahn vermehrt zu Spritzwasser führen, das diesen Materialien schadet oder zumindest den Putz- und Reinigungsaufwand stark erhöht. Ebenso könnte es wichtig sein, dass das Endstück des Hahns an einem Schlauch montiert herausnehmbar und innerhalb eines bestimmten Umkreises um die Armatur beliebige Reichweite haben soll.

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Solide Bauweise beachten

Damit die Niederdruckarmatur stabil steht und sich nicht unter den üblichen Bewegungen neigt und in sich windet, ist eine solide Bauweise erforderlich, die bei ordnungsgemäßer Montage mit den Kräften fertig wird, die beim üblichen Umgang mit der Armatur darauf wirken. Anderenfalls besteht das Risiko, dass die Armatur früher oder später wackelig und / oder undicht wird und im schlimmsten Fall in ihre Einzelteile zerfällt.
Daher sollte man vor der Kaufentscheidung etwaige Favoriten persönlich in Augenschein nehmen oder – sofern dies nicht möglich ist – direkt im höherpreisigen Segment suchen oder auf Marken setzen, die für hochwertige Verarbeitung bekannt sind.

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Niederdruckarmatur installieren

Es ist dringend zu empfehlen, dass der Leitungsanschluss, an dem die Kaltwasserzuleitung der Niederdruckarmatur befestigt werden soll, über ein eigenes Absperrventil verfügt, so dass notfalls der Zugang zur Armatur abgesperrt werden kann, ohne den Kaltwasseranschluss komplett stilllegen zu müssen. Ist ein solches separates Absperrventil nicht vorhanden, sollte vor der Installation des Niederdrucksystems eines angebracht werden. Dazu gibt es in jedem Baumarkt entsprechende Teile in verschiedenen Ausführungen.

Hat man die benötigten Gerätschafen schließlich – sinnvoller Weise in Abstimmung mit seinem Sanitärfachmann – selbst gekauft, sollte man nach dem Auspacken die Installationsanleitung aufmerksam lesen und insbesondere sicherstellen, dass der Lieferumfang komplett ist – das sollte auch der Fachmann tun, bevor er zur Montage schreitet. Fehlen nämlich Teile, die im Lieferumfang enthalten sein sollten, hat diese an dieser Stelle noch der Fachhandel zu ersetzen – kein Grund also, diese vom Sanitärfachmann ersetzen zu lassen, der diese sicher auch auf Lager hat und nur zu bereitwillig (natürlich gegen Aufpreis) herbeizaubern kann!

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Werkzeug und Hilfsmittel

Um Niederdruckarmaturen und drucklose Wasserspeicher zu montieren, ist neben den Gerätschaften und entsprechenden Verbindungsteilen auch geeignetes Werkzeug erforderlich. Üblich sind hier Schraubenschlüssel mittlerer bis größerer Größen (8-22) oder auch Schraubenschlüssel mit verstellbarem Backenabstand (sog. "Engländer" oder "Hesse"). Zudem sollte für den Fall der Fälle eine Spitzzange, eine Pumpenzange sowie mittelgroße Schlitz- und Kreuzschlitzschraubenzieher bereitliegen. Ein gut bestückter Werkzeugkoffer, der ohnehin in jedem Haushalt vorhanden sein sollte, dürfte hier bereits weitestgehend ausreichen, ggf. lassen sich nicht vorhandene Werkzeuge auch einzeln hinzukaufen.
Wenn Schlauchverbindungen getrennt oder verbunden werden sollen, muss die eine Seite fixiert werden, damit das Gegenstück gelöst werden kann – hierzu benötigt man den Schraubenschlüssel in der entsprechenden Größe entweder zweimal oder man behilft sich mit einem Schraubenschlüssel und einem verstellbaren "Engländer".

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Montage der Niederdruckarmatur

Standarmaturen werden so an der Spüle montiert, dass der Hahn weit genug ins Becken reicht. Je nach Design und Dimension der Spüle wird die Armatur dabei auf einer Bohrung in der Spüle oder Arbeitsplatte montiert, durch die die Anschlüsse nach unten geführt werden. Mit einem Gegenstück wird die Armatur, deren Basis selbstverständlich einen größeren Durchmesser haben muss, als die Bohrung, dann von unten fixiert. Nun wird der Kaltwasserzulauf der Niederdruckarmatur mit dem Kaltwasserleitungsanschluss verbunden. Sodann folgt die Montage des drucklosen Wasserspeichers.
Wichtig: Wann immer bei Verbindungen im Wasserkreislauf Metall auf Metall gesetzt wird, müssen ein oder mehrere Dichtungen aus Gummi oder Kunststoff eingelegt werden, sonst können die Teile nicht wasserdicht verbunden werden. Beachten Sie dazu dringend die Installationsanleitung!

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Montage eines Durchflussbegrenzers

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Sofern ein Durchflussbegrenzer installiert werden soll, so muss dieser noch innerhalb des Drucksystems, keinesfalls jedoch im drucklosen System montiert werden. Der einzig mögliche Punkt zur Montage des Durchflussbegrenzers (siehe 1) liegt daher in der Praxis direkt hinter dem Absperrventil (auch Eckventil) der Kaltwasserzuleitung (siehe 2) und vor dem Kaltwasseranschluss (siehe 3) der Niederdruckarmatur.
Um Überschwemmungen zu vermeiden, sollte bei der Montage unbedingt die beigelegte Installationsanleitung beachtet werden! Zudem sollte in jedem Fall sichergestellt werden, dass das Absperrventil der Kaltwasserzuleitung erst aufgedreht wird, wenn alle erforderlichen Dichtungen richtig verbaut und die Schraubverbindungen fest angezogen sind.

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Montage des drucklosen Wasserspeichers

Die Installation des Wasserspeichers erfolgt recht simpel. Je nach Bauweise kann dieser im Küchenschrank aufgestellt und an der Rück- oder Seitenwand mit Schrauben fixiert oder direkt an der Rückwand – ebenfalls mit Schrauben – aufgehängt werden. Wichtig ist hier ausschließlich die Distanz zur Niederdruckarmatur: sie sollte so gewählt werden, dass die – meist mitgelieferten – Verbindungsschläuche ausreichend lang sind und in montiertem Zustand nicht gespannt sind.
Sofern im Küchenschrank Einlegebretter entfernt oder ausgeschnitten werden müssen, so sollten diese Arbeiten durchgeführt werden, bevor die abschließende Montage des Wasserspeichers erfolgt.

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Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann die Montage beginnen. Dies ist keine große Angelegenheit: der Kaltwasserzulauf am Wasserspeicher wird mit dem Kaltwasserausgang an der Niederdruckarmatur verbunden (siehe 1), der Warmwasserausgang am Wasserspeicher mit dem Warmwasserzulauf an der Armatur (siehe 2). Wenn man sich sicher ist, dass alle Verbindungen fest verbunden sind, kann das Absperrventil am Leitungsanschluss (siehe 3) vorsichtig aufgedreht werden, um die Installation auf Dichtigkeit zu überprüfen. Zwar ist die Anordnung bei Untertischgeräten und Übertischgeräten unterschiedlich, die Anschlüsse werden jedoch bei der Montage nach dem gleichen Prinzip belegt.
Unbedingt beachten! Bevor der Wasserspeicher erstmals an den Strom angeschlossen wird, muss er vollständig mit Wasser befüllt werden, anderenfalls kann der Wasserspeicher irreparabel beschädigt werden. Dazu dreht man an der Niederdruckarmatur nach Montage aller Anschlüsse ausschließlich das Ventil für Warmwasser auf: kaltes Wasser sollte nun in den Warmwasserspeicher strömen und diesen füllen (dabei kann gleichzeitig geprüft werden, ob die Leitungen ausreichend dicht montiert wurden!). Erst wenn Wasser aus dem Hahn läuft, ist der Wasserspeicher vollständig befüllt – nun kann auch der Netzstecker angeschlossen werden.
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