Untertischgerät & Übertischgerät

Der Wasserspeicher beim drucklosen System wird von der Niederdruckarmatur her gespeist und heizt das enthaltene Wasser mittels elektrischer Heizanlage auf, welches dann bei Bedarf durch Zuströmen von weiterem kaltem Wasser aus der Armatur nach oben hin in den Hahn gedrückt wird und als Warmwasser ausströmen kann.

Drucklose Wasserspeicher werden üblicherweise in zwei Ausführungen gefertigt, je nachdem, ob die Anlage unterhalb (sog. Untertischgerät) oder oberhalb (sog. Übertischgerät) des Waschtischs oder der Spüle montiert werden soll. Der höchste Punkt im System ist dabei ein wichtiger Aspekt, der Ursache für charakteristische Vor- und Nachteile der jeweiligen Bauweise ist und bei der Auswahl berücksichtigt werden sollte. Zudem hat die Bauweise des Kleinspeichers Auswirkungen auf Anschluss- und Montageart der Niederdruckarmaturen, die daran montiert werden können.
Des weiteren kann bei Wasserspeichern eine falsche Montage fatale Folgen haben, weshalb ein Übertischgerät immer nur "über dem Tisch" und ein Untertischgerät immer nur "unter dem Tisch", niemals jedoch umgekehrt montiert werden darf!

Verschiedene Bauweisen, gleiches Prinzip

Dem Prinzip des Warmwasserspeichers liegt die Tatsache zugrund, dass warmes Wasser eine geringere Dichte als kaltes Wasser hat. Beim Erhitzen steigt das erwärmte Wasser daher nach oben, so dass oben entnommenes Wasser stets das wärmste im Wasserspeicher ist. Somit ist sichergestellt, dass beim Aufdrehen von Warmwasser möglichst schnell warmes Wasser ausströmen kann, wohingegen bei einem Durchlauferhitzer bspw. immer zuerst eine gewisse Menge Wasser unerwärmt durchfließt und meist verlorengeht, bevor die Wirkung spürbar wird und warmes Wasser am Hahn ausströmt.
Für die verschiedenen Bauweisen Untertischgerät und Übertischgerät ergibt sich daher eine bestimmte Anordnung der Zu- und Ableitungen, je nachdem, in welcher Position zur Entnahmestelle das Gerät montiert werden soll.

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Der wesentliche Unterschied: der höchste Punkt im System

Warmes Wasser muss im drucklosen Kleinspeicher immer oben entnommen werden – weil diese Entnahme jedoch eher passiv geschieht indem warmes Wasser vom nachströmenden Kaltwasser in die Niederdruckarmatur "geschoben" wird, steht das Warmwasser innerhalb der Anlage immer bis zum höchsten Punkt im System. Bei Übertischgeräten ist das die Öffnung des Rohrs zur Warmwasserentnahme, das innerhalb des Geräts vom Entnahmepunkt oben nach unten zum Anschluss der Armatur geführt wird, bei Untertischgeräten ist dies hingegen der Hahn der Niederdruckarmatur.
Alles Wasser, das über den höchsten Punkt im System steigt, fließt unaufhaltsam aus der Armatur, denn auf dem Weg vom Kleinspeicher zur Armatur dürfen keine drucksteigernden oder absperrenden Bauteile verbaut werden. Aus diesem Sachverhalt ergeben sich jedoch für die beiden verschiedenen Bauweisen charakteristische Vor- und Nachteile, die man bedenken sollte, bevor man sich für ein Prinzip entscheidet.

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Untertischgerät: die meist elegantere Lösung

Bei der Fragestellung, ob Untertischgerät oder Übertischgerät spielt vor allem der Platz rund um Spüle oder Waschbecken eine wichtige Rolle. Die Methode, die sich meist eher anbietet, ist die Untertischkonstruktion, denn üblicherweise wird hier ohnehin durch Wasserleitungen, Siphon und Abfluss Platz beansprucht, der eine Verwendung als Lagerraum oder zur Unterbringungen größerer Gerätschaften auf ein Minimum reduziert. Einen Wasserspeicher, der in der Regel in etwa die Ausmaße eines größeren Schuhkartons hat, bringt man hier hingegen ganz gut unter. Ein wesentlicher Vorteil des Wasserspeichers als Untertischgerät ist die Tatsache, dass sich die beteiligten Geräte und Leitungen komplett verstecken lassen und nur die Armatur zu sehen ist – das sorgt für einen aufgeräumten und ordentlich Gesamteindruck, wie man ihn von gewöhnlichen Armaturen kennt.
Da beim Untertischgerät der höchste Punkt im System der Hahn der Niederdruckarmatur ist, steht heißes Wasser immer bis in den Hahn hinein. Dreht man nur kaltes Wasser an der Armatur auf, muss dieses das heiße Wasser im Hahn erst hinausdrücken, so dass beim Aufdrehen zuerst immer warmes Wasser aus dem Hahn kommt. Da durch termische Umwälzungen beim Aufheizen immer wieder sehr heißes Wasser nach oben (in den Hahn) steigt und weniger heißes bzw. abgekühltes Wasser durch die Zuleitung zurück in den Speicher sinkt, kann man sich je nach eingestellter Heizstufe mit dem "ersten Schluck" aus dem Hahn durchaus die Hände verbrühen(!)

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Übertischgerät: wenn unter der Spüle kein Platz ist

Übertischgeräte werden meist oberhalb der Spüle an der Wand montiert (seltener in Küchenschränken) und mit hängenden Armaturen betrieben. Die Montage einer stehenden Armatur ist hier in der Praxis nicht möglich, da zwei der drei Anschlüsse nach oben zum Wasserspeicher geführt werden müssten. Im Warmwasserzulauf zur Armatur würde zudem wegen der durchhängenden Anordnung immer Wasser stehen, und neben der Anfälligkeit für Keime ist dies insbesondere für die Gewährleistung eines druckfreien Flusses problematisch.

Der wesentlich leichtere Weg ist dann, den Wasseranschluss unter Putz nach oben zu verlegen und eine hängende Armatur von oben mit allen drei Anschlüsen zu bedienen, oder zumindest nur die Kaltwasserleitung, die nicht isoliert werden muss, in einer platzsparenden Verkofferung nach oben zu führen, um ebenfalls von dort die hängende Armatur zu speisen.

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Heizstufen oder Temperatur-Regelung: warm zum Händewaschen, heiß zum Spülen

In den meisten Fällen werden drucklose Warmwasserspeicher mit zwei bis drei Stufen ausgeliefert, die über einen Drehknopf reguliert werden können. Seltener lässt sich auch die Temperatur, auf die das Wasser erhitzt werden soll, stufenlos von warm nach heiß (je nach Gerät zwischen mind. 30 und max. 85 °C) einstellen, wobei dann lediglich zur Orientierung bestimmte Abschnitte markiert sind.
Die eingestellte Temperatur / Heizstufe sollte der üblichen Nutzung angepasst sein, um nicht unnötig Energie zu verschwenden. Heißes Wasser ab 50 °C ist den meisten Menschen zum Händewaschen bereits zu heiß und kann mitunter – besonders wenn man nicht mit so heißem Wasser rechnet – schmerzhaft sein oder sogar zu Verbrühungen führen. Für Niederdruck-Systeme, die an Waschbecken zum Händewaschen oder ähnlichen hygienischen Zwecken installiert sind, dürfte daher die untere Stufe bzw. eine Temperatur-Einstellung zwischen 30 und 45 °C völlig ausreichen.
Für Küchenspülen, in denen regelmäßig heißes Wasser zum Kochen, Spülen oder Reinigen entnommen wird, ist man mit der höheren Stufe bzw. Temperaturen ab 50 °C aufwärts besser beraten. Insbesondere hartnäckige Fettverschmutzungen sowie Eingebranntes lassen sich mit heißerem Wasser wesentlich besser lösen, als mit weniger heißem oder gar kaltem Wasser.

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Wichtig: Untertisch nur "unter dem Tisch", Übertisch nur "über dem Tisch" montieren!

Auch wenn die Technik einfach und simpel erscheint und die Geräte oft auch optisch kaum voneinander zu unterscheiden sind, so sieht das Innenleben von Untertischgeräten und Übertischgeräten grundlegend verschieden aus.
Hintergrund ist dabei das Prinzip, wie Wasser im drucklosen Speicher zugeführt und entnommen wird. Dabei ist die Tatsache, dass warmes Wasser stets nach oben steigt, von elementarer Bedeutung, denn dadurch ergibt sich, dass kaltes Wasser nur von unten zugeführt und warmes Wasser nur oben entnommen werden darf. Dementsprechend sind die Anschlüsse und Zuleitungen innerhalb der jeweiligen Geräte angeordnet. Dreht man die Geräte einfach um, indem man bspw. ein Übertischgerät als Untertischgerät verwendet, so stimmt die Fließrichtung nicht mehr.

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Aufbau Untertischgerät

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Aufbau eines Untertischgeräts (Niederdruckspeicher)
Ein Untertischgerät führt kaltes Wasser von oben zu und speist dieses unten im Wasserspeicher ein (siehe 1). Durch das Erhitzen steigt warmes Wasser auf, so dass sich ein Temperaturgefälle von kalt (unten) nach warm (oben) ergibt (siehe 2). Entnimmt man nun warmes Wasser oben (siehe 3), strömt unten kaltes nach und drückt das wärmere Wasser nach oben "vor sich her" in den Hahn.
Das gewünschte Resultat: öffnet man den Hahn, läuft solange warmes Wasser heraus, bis nur noch kaltes Wasser im Speicher ist und (spätestens dann) neu aufgeheizt werden muss. Dabei strömt heißes Wasser zuerst aus und wird zunehmend kühler, je mehr Wasser entnommen wird.

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So geht's nicht: Untertischgerät "über dem Tisch" montiert

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Falsch herum montierter Kleinspeicher (Untertischgerät über dem Tisch montiert)
Dreht man das Untertischgerät einfach um und montiert es "über dem Tisch", passiert folgendes: kaltes Wasser wird oben zugeführt (siehe 1) und würde sich theoretisch direkt mit dem warmen Wasser vermischen, das beim Erhitzen nach oben gestiegen ist, so dass dieses abgekühlt wird, was dem Aufheizprozess entgegen wirkt. Tatsächlich kommt es aber gar nicht soweit, dass sich das zugeführte Wasser mischen kann, denn die Warmwasserentnahme (siehe 2) sitzt unten, so dass das Wasser direkt in den Hahn abfließt, denn die Wasserentnahme ist beim drucklosen System immer offen. Es verbleibt also kein Wasser im Speicher, denn dieser läuft vollständig leer, sobald man das Ventil an der Niederdruckarmatur zudreht. Da es kein Wasser zum Erhitzen gibt, heizt sich das Gerät zu sehr auf und beschädigt sich dabei, sofern es nicht umgehend abgeschaltet wird höchstwahrscheinlich irreparabel.

Aufbau Übertischgerät

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Aufbau Übertischgerät (offener Kleinspeicher)
Auch das Übertischgerät führt kaltes Wasser von unten in den Wasserspeicher (siehe 1), und da warmes Wasser durch Erhitzen aufsteigt, verläuft das Temperaturgefälle (siehe 2) von kalt (unten) nach warm (oben). Von unten nachströmendes kaltes Wasser drückt das wärmere Wasser nach oben, und da das Entnahmerohr (siehe 3) nach unten führt, wirkt es wie ein Überlauf. Der Vorteil ist dabei, dass hier der höchste Punkt im System liegt, so dass im Gegensatz zum Untertischgerät bei abgesperrtem Ventil kein warmes Wasser im Hahn steht.
Resultat: wie auch beim Untertischgerät läuft beim Öffnen des Hahns solange warmes Wasser heraus, bis nur noch kaltes Wasser im Speicher ist.

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So geht's nicht: Übertischgerät "unter dem Tisch" montiert

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Falsch angeschlossener Niederdruckspeicher (Übertischgerät unter dem Tisch montiert)
Ebenso wie beim Untertischgerät ist es auch beim Übertischgerät keine gute Idee, es umzudrehen und "unter dem Tisch" zu montieren. In dieser Anordnung wird das kalte Wasser im Speicher oben eingeführt (siehe 1) und fließt dem Temperaturgefälle (siehe 2) von kalt (unten) nach warm (oben) entgegen – hierdurch findet ein ungewollter Wärmeaustausch statt, der dem Aufheizprozess entgegen wirkt. Da die Entnahme für warmes Wasser (siehe 3) jedoch unten stattfindet, gelangt immer nur kaltes oder höchstens schwach erwärmtes Wasser in die Niederdruckarmatur, denn das warme Wasser steigt im Speicher nach oben und somit weg von der Entnahmestelle.

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