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Vorteile & Nachteile eines Niederdruck-Systems

Sofern ein Warmwasseranschluss zur Verfügung steht oder Platz und Stromversorgung zur Installation eines Durchlauferhitzers gegeben sind, so ist der Einsatz einer gewöhnlichen Druckarmatur – trotz der größeren Anschaffungskosten des Durchlauferhitzers gegenüber einem drucklosen Wasserspeicher – sicher die bessere Lösung, denn so lässt sich kaltes oder warmes Wasser jederzeit entnehmen, wann immer man welches braucht.

Sind solche Faktoren hingegen nicht gegeben, stellt die Installation eines Niederdruck-Systems meist die einfachste und kurzfristig kostengünstigste Variante dar, den Kaltwasseranschluss vor Ort mit einer Warmwasserversorgung zu ergänzen. Offene Kleinspeicher werden überwiegend mit einem Volumen von 5 Ltr. angeboten, seltener sind die größeren Ausführungen mit 10 Ltr. bei gleicher Stromleistung, wobei das Erhitzen dann etwas länger dauert.

Darüber hinaus gibt es einige Vor- und Nachteile, die die Verwendung der Niederdruckarmatur mit sich bringt.

Das Gute zuerst: Niederdruckarmaturen können günstige Alternativen sein

Ein druckloser Wasserspeicher ist meist sowohl als Untertischgerät als auch als Übertischgerät äußerst erschwinglich, ab ca. 50 EUR sind bereits entsprechende Systeme erhältlich. Hinzu kommen die Kosten für die Niederdruckarmatur, die sich weitestgehend preislich nicht sonderlich von den normalen Armaturen vergleichbarer Qualität unterscheiden: für solide Exemplare sollten ebenfalls mindestens 50 EUR angesetzt, je nach Marke und Funktion muss allerdings mitunter wesentlich mehr investiert werden.
Damit sind allerdings die wesentlichen Kosten – abgesehen von ggf. durch die Gegebenheiten vor Ort erforderliche Verlängerungen oder Verbindungsstücke – bereits genannt, sofern man halbwegs mit Werkzeug umgehen kann und zur Montage nicht einen Sanitärfachmann beschäftigen muss, durch den weitere Kosten entstehen.

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Praktisch überall verwendbar: keine großen Umbauten erforderlich

Niederdruck-Systeme sind eben für den Zweck konstruiert, Wasser unkompliziert direkt vor Ort zu erhitzen, eben da, wo es gebraucht wird – vor allem dann, wenn kein separater Warmwasseranschluss verfügbar ist oder die Distanz zur Warmwasserbereitung (z.B. Zentralheizung) zu groß ist, so dass Warmwasser nur mit größeren (unwirtschaftlichen) Wärmeverlusten möglich ist.
Benötigt wird daher lediglich eine Kaltwasserzuleitung, so dass in aller Regel keine Wand aufgestemmt und Wasserleitungen neu bzw. umverlegt werden müssten. Drucklose Wasserspeicher lassen sich somit ideal auch nachträglich installieren und bei Bedarf ebenso unproblematisch wieder demontieren – der Umstieg auf eine gewöhnliche Druckarmatur ist also bei Nichtgefallen oder Veränderung der Bedarfssituation jederzeit möglich.

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"Normale" Steckdose genügt

Wo leistungsstärkere Durchlauferhitzer in der Regel Starkstrom (auch Drehstrom) benötigen, kommen die gängigen drucklosen Wasserspeicher mit einem gewöhnlichen 220V-Anschluss aus. Dies ist besonders in (Miet-)Wohnungen von Vorteil, wo meist nur ein Starkstromanschluss in der Küche liegt, der allerdings bereits für den Herd vorgesehen ist.
Niederdruck-Systeme kommen mit einer "normalen" Steckdose aus. Dennoch sollte man die Leistung nicht unterschätzen: drucklose Warmwasseraufbereiter arbeiten meist zwischen 2.000 und 3.000 W, die üblichen Haushaltssicherungen sind in der Regel bei 3.000 bis 3.500 W abgesichert – es empfiehlt sich also, das Untertischgerät oder Übertischgerät an eine Steckdose zu hängen, die einzeln abgesichert ist, damit bei Vollast gerade im Parallelbetrieb mit anderen Geräten die Sicherung nicht unverhofft abschaltet!

Es gibt auch Nachteile: Wo die Niederdruckarmatur weniger punktet

Mit einer gewöhnlichen Armatur, bei der sowohl Kaltwasser als auch Warmwasser – wann immer der Bedarf besteht – unter Druck aus dem Hahn strömen und dabei einen satten Strahl formen, kann sich eine Niederdruckarmatur nie so ganz messen. Auch was die langfristigen Energiekosten angeht, die durch den immer wieder nachheizenden Wasserspeicher verursacht werden, dürfte ein Durchlauferhitzer grundsätzlich besser abschneiden.
Darüber hinaus gibt es aber auch noch weitere negative Aspekte, die mit der Verwendung einer Niederdruckarmatur einhergehen.

Die Achillesferse der Niederdruckarmatur: Widerstandsarme Strahlregler

Wussten Sie schon? Wasser fließt innerhalb der Leitung nicht gleichmäßig, vielmehr gibt es ein kaum kalkulierbares Durcheinander unterschiedlich schnell fließender Ströme, die unter Druck durch die Leitungen getrieben werden und dabei an Kurven und Verzweigungen, Verengungen und Erweiterungen, rauheren und glatteren Außenwänden mehr oder weniger stark gebremst werden und hiermit Verwirbelungen verursachen, die das Chaos perfekt machen. (Die Situation ist vergleichbar mit einer riesigen Herde, die in wilder Panik durch einen engen Tunnel auf den Ausgang zu galoppiert, wobei jeder ohne Rücksicht auf Verluste der erste sein möchte.)
Beim Austritt aus dem Wasserhahn ist die Drucksituation schlagartig aufgehoben, und die verschiedenen Ströme könnten ungehindert in alle Richtungen ausbrechen, in die sie in diesem Moment gerade wirbeln, würde man sie nicht bündeln und in die richtige Richtung leiten.
Um den ungezügelten Wirbeln im strömenden Leitungswasser Herr zu werden, montiert man auf den Wasserhahn einen sog. Strahlregler (umgangssprachlich auch als "Perlator" bezeichnet), der die Verwirbelungen abfangen, die Strömungen bündeln und durch eine ausgeklügelte Abfolge komplizierter Siebe einen möglichst präzisen Strahl modellieren soll. Wegen der positiven Auswirkungen auf den Geräuschpegel, die empfundene Strömungskraft sowie die gefühlte Temperatur führen viele Strahlregler dem ausströmenden Wasser zudem durch Belüftung winzige Luftbläschen hinzu.

Was bei der klassischen Druckarmatur nahezu selbstverständlich ist, stellt bei der Niederdruckarmatur ein wesentliches Manko dar: ein Strahlregler, der das ausströmende Wasser zu einem gleichmäßigen Strahl formt. Denn in einem Drucksystem sorgt ein Strahlregler neben vielen anderen positiven Effekten dafür, dass in der gleichen Zeit weniger Wasser ausströmen kann – und genau das ist das Problem für die Niederdruckarmatur, denn die Reduzierung der Druchflussmenge steigert den Druck im System!
Da das Niederdruck-System drucklos bleiben muss, ist im Hahn ein Strahlregler verbaut, der dem Wasser kaum Widerstand bietet, dementsprechend auch den Strahl nur geringfügig modelliert aber kaum stabilisiert. Die Folge ist ein unbeständiger Strahl, der je nach Durchflussmenge mehr oder weniger stark zum Spritzen neigt. Besonders drastisch äußert sich dies bei voll aufgedrehtem Kaltwasser: das schnellströmende Wasser wird vom Strahlregler kaum gebremst, spritzt wild aus dem Hahn heraus und verursacht aufgrund der entstehenden Vibrationen insbesondere bei billigeren Niederdruckarmaturen einen erheblichen Geräuschpegel. Das kann vor allem in Mehrfamilienhäusern störend für die Nachbarn sein, da die Vibrationen auf das gesamte Leitungssystem übertragen werden und auch in anderen Wohnungen deutlich hörbar sind, besonders nachts, wenn der Umgebungsgeräuschpegel wesentlich niedriger ist, als tagsüber.

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Schwacher Strahl bei Warmwasser

Bei Niederdruckarmaturen wird der normale Leitungsdruck bei Kaltwasser erhalten, während Warmwasser drucklos zum Hahn geführt wird. Warmwasser läuft damit lediglich an der Oberkante des Hahns über, weil unten im Wasserspeicher kaltes Wasser nachströmt, das das erhitzte Wasser nach oben hin verdrängt. Der Warmwasserstrahl ist somit höchstens so stark, wie das aus einer Gießkanne ausströmende Wasser.
Wichtig: Die drucklose Anlage muss drucklos bleiben, daher dürfen nach dem Kleinspeicher keine Elemente verbaut werden, die den Durchfluss begrenzen oder den Leitungsdruck erhöhen. Daher müssen insbesondere spezielle Strahlregler für Niederdruck verwendet werden, die dem Wasser keinen großen Widerstand bieten!

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Warmwasser nur begrenzt verfügbar

Je nach Volumen des Wasserspeichers steht nur eine entsprechend begrenzte Menge Warmwasser zur Verfügung, da der Speicher mangels Stromleistung immer nur stehendes, nicht aber durchfließendes Wasser (wie etwa ein Durchlauferhitzer) aufheizen kann. Zudem steigt warmes Wasser immer nach oben, wo auch die Zuleitung zum Hahn platziert ist, so dass das wärmste Wasser immer zuerst entnommen wird. In der Praxis bedeutet dies, dass bei aufgedrehtem Warmwasser der Strahl zunächst sehr warm (je nach eingestellter Stufe auf dem Wasserspeichergerät ggf. sogar zu heiß zum Händewaschen) beginnt, dann aber schnell zunehmend kühler wird, weil das Wasser weiter unten im Speicher einerseits weniger erhitzt ist und zudem durch das nachströmende Kaltwasser aus der Leitung (je nach Jahreszeit und Außentemperatur zwischen 3 und 15 °C kalt) stark abgekühlt wird.
Spätestens, wenn das gesamte Volumen des Speichers aus dem Hahn ausgeflossen ist – in der Regel jedoch durch die Abkühlung deutlich früher – muss das Warmwasser abgestellt werden, bis der Speicher seinen Inhalt wieder aufgeheizt hat.

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Ausufernde Stromkosten

Das Erhitzen von Wasser mittels elektrischem Strom ist in den meisten Haushalten der mit Abstand größte Energiefresser. Umso wichtiger ist es, dass entsprechende Geräte nur heizen, wenn warmes Wasser auch tatsächlich gebraucht wird. Drucklose Wasserspeicher heizen das Wasser immer dann auf, wenn es – der eingestellten Heizstufe entsprechend – nicht (mehr) warm genug ist, und zwar so oft und so lange, bis es (wieder) warm genug ist. Obwohl der Warmwasserspeicher im Normalfall gut isoliert ist, lassen sich Wärmeverluste nicht vermeiden, so dass auch bereits erhitztes Wasser immer wieder nachgeheizt werden muss. Das sorgt vor allem in Zeiten, in denen kein Warmwasser gebraucht wird (z.B. nachts, wenn die Bewohner schlafen oder auch tagsüber, wenn zeitweise niemand im Haus ist), für Energieverschwendung und verursacht auf der Stromabrechnung unnötige Kosten.
Unser Tipp: Mittels Zeitschaltuhr lässt sich der Warmwasserspeicher in Zeiträumen, in denen kein Warmwasser gebraucht wird, abschalten und somit Energie einsparen! Zeitschaltuhren erhält man schon zu günstigen Preisen in jedem Baumarkt. Achten Sie aber darauf, ob Ihr Kleinspeichergerät mit einer Zeitschaltuhr betrieben werden darf!

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